Einer der wichtigsten bisher entdeckten Fundstätten ist die berühmte Villa del Casale. Mit einer Fläche von über 3500 Quadratmetern war die Villa die Jagdresidenz von Maximilian Herculeus, einem Kollegen Diokletians bei der Verwaltung des Römischen Reiches. Heute stellt sie ein außerordentliches Zeugnis des Lebens in der Römerzeit dar, dank ihrer weltberühmten Mosaikböden. Die Erstellung dieser Mosaike wird heute afrikanischen Meistern zugeschrieben, da sie die Erfinder dieser Kunst sind, die sie in die Länder verbreiteten, mit denen sie Kontakt hatten. Die weltweite Bedeutung der Villa beruht auf dem tadellosen Erhaltungszustand der Mosaike, die zudem als die umfangreichsten und faszinierendsten gelten, die jemals in der Römerzeit geschaffen wurden. Diese große Bedeutung ist auch auf die abgebildeten Szenen in diesen Werken zurückzuführen, die als Beweis großer Technik gelten, angesichts der Realitätsnähe der Motive und Farben. In diesen Werken kann man Szenen aus den Arbeiten Homers bewundern, mythologische Szenen und auch Bilder des täglichen Lebens, immer sehr lebendig dargestellt. Die Villa zeigt vier Hauptgruppen, die sich identifizieren lassen in: Haupteingang und Thermenviertel; Peristyl mit Salon und Gästehaus; private Räume und Basilika; Triklin und elliptischer Hof. Diese sind terrassenförmig angelegt, um sich an die Beschaffenheit des Geländes anzupassen, auf dem sie errichtet sind. Außen wurden zwei Aquädukte gefunden, die zur Versorgung der Brunnen, der Anlagen und des Thermenviertels dienten. Viele Forscher vertreten schon lange die Auffassung, dass eine solche Anlage nicht völlig isoliert gewesen sein konnte, sondern weitere Nebengebäude umfassen musste, die alle Bedürfnisse einer kaiserlichen Villa abdeckten. Aus diesem Grund laufen derzeit mehrere Ausgrabungskampagnen.
Informationen zum Regionalen Museum und Archäologischen Areal der römischen Villa del Casale
Piazza Armerina (Enna)
+39 0935 680036
museo.villacasale@regione.sicilia.it
Quelle: MIBACT

