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Prozession des toten Christus in Chieti

Die Prozession des toten Christus in Chieti findet am Karfreitag statt und ist eine der bewegendsten und am meisten gefühlten Feierlichkeiten in ganz Italien: Durch die Straßen der Stadt zieht die vermummte Prozession der alten Bruderschaften, umgeben vom Glanz der Holzstatuen aus dem 19. Jahrhundert und dem ergreifenden Miserere, vorgetragen von hundert Männerstimmen und Geigen.

Maria Stefania Bochicchio
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Die Prozession des toten Christus in Chieti findet am Karfreitag statt und ist eine der bewegendsten und am meisten gefühlten Feierlichkeiten in ganz Italien: Durch die Straßen der Stadt zieht die vermummte Prozession der alten Bruderschaften, umgeben vom Glanz der Holzstatuen aus dem 19. Jahrhundert und dem ergreifenden Miserere, vorgetragen von hundert Männerstimmen und Geigen.
Die Prozession des toten Christus ist ein wesentlicher Bestandteil des volkstümlichen Empfindens von Chieti, so sehr, dass selbst die Drohung durch die deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg sie nicht aufhalten konnte: Es ist ein Ritual, das im Jahr 842 entstanden ist, fest verwurzelt in den authentischsten abruzzesischen Traditionen und nach wie vor von der Bruderschaft des Heiligen Berges der Toten gepflegt wird.

Bei den ersten Anzeichen der Dämmerung bereitet sich die Stadt – beleuchtet von Tausenden von Kerzen, die von Gläubigen angezündet werden, und Fackeln entlang der Straßen – darauf vor, die Holzstatuen passieren zu sehen, die die Leiden Christi symbolisieren und die wichtigsten Stationen des Kreuzwegs darstellen.
Diese Kunstwerke aus dem Jahr 1855 zeigen Engel, Beutel, Lanzen, Hahn, Leiter, Zangen und natürlich das Kreuz.
Entlang der Straßenränder und von den Balkonen, die den Weg überblicken, hängen Seidentücher, kostbare Decken und edle Stoffe als Zeichen der Verehrung herab.
Währenddessen wächst die Prozession an mit Gläubigen und Teilnehmern in vermummten Kutten, die zu den jeweiligen Bruderschaften gehören.

Der wichtigste und stärkste Mittelpunkt ist natürlich der Durchzug des toten Christus, der nur von einem kostbaren weißen Schleier bedeckt auf einem Sarg liegt, der mit schwarzem Samt und goldenen Stickereien umhüllt ist. Dieses faszinierende Kunstwerk, das Highlight der Prozession des toten Christus, wird von den Mitgliedern der Bruderschaft des Guten Todes auf den Schultern getragen.
Direkt dahinter schreitet die Statue der Schmerzhaften Muttergottes den heiligen Weg weiter, während aus Lautsprechern die Klänge des Miserere von Saverio Selecchy zu hören sind.

Die Prozession des toten Christus in Chieti ist ein volkstümliches, künstlerisches und religiöses Ereignis; eine Gelegenheit, Gefühle der Andacht mit Jahrhunderten verwurzelten Traditionen zu erleben.

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