Im Prato della Valle, im obersten Stockwerk des monumentalen Palazzo Angeli, kann die Minici Zotti Sammlung besichtigt werden, die seit vielen Jahren darauf abzielt, die Kenntnis der Ursprünge des auf Leinwand projizierten Bildes zu fördern und zu verbreiten. Das vom Magistrat von Padua gewünschte Museum hat der Stadt „ein Aushängeschild“ beschert. Es umfasst optische Instrumente und Spiele, seltene ikonografische und bibliografische Materialien, Musikinstrumente und vor allem eine bedeutende Anzahl von Laterna Magica und Projektiongläsern, die die faszinierende Reise des unbewegten und animierten Bildes vom 18. Jahrhundert bis zur Entstehung des Kinos dokumentieren. Spezielle Bereiche sind der Fotografie, Stereoskopie und den Laterna Magica gewidmet.
Die Laterna Magica ist ein optisches Gerät, das Mitte des 17. Jahrhunderts erfunden wurde und geeignet ist, kleine bemalte oder fotografische Bilder auf Glas zu projizieren und zu vergrößern. Die Projektiongläser, wirkliche Miniaturen, können statisch oder durch kleine, komplizierte Mechanismen animiert sein. Die Serien, die sich der Astrologie, den lustigen Figuren des Zirkus, fantastischen Erscheinungen, Überblendungen vom Tag zur Nacht, moralisierenden Erzählungen, Polarlichtern am Nordpol, Fabeln und Legenden widmen, präsentieren die ikonografischen Motive mit dem größten Erfolg des 18. und 19. Jahrhunderts. Die der Grand Tour gewidmete Serie führt uns auf den Spuren der Bildungsreise, die die jungen Sprossen der europäischen Adelsfamilien damals durch Europa unternahmen.
Wissenschaftliche Themen fehlen nicht, mit sogenannten projections vivantes, den überraschenden Effekten von „mechanischen Bildern“ mit sprudelnden Brunnen, Vulkanausbrüchen, Schnee, Regen, Blitzen, Regenbogen und seltenen erotischen Bildern, abschließend mit den Chromatrope, eindrucksvollen Farbprojektionen, die den Rosetten gotischer Kathedralen ähneln. 1895 entstand der Kinematograph und die Laterna Magica wurde melancholisch auf Dachböden verbannt. Heutzutage wird sie vereinfacht als Vorläufer des Kinos betrachtet, hat aber jahrhundertelang dem Publikum ihrer Zeit sogenannte „Grandiose Vorstellungen“ geboten.
Der Museumsrundgang beginnt am eindrucksvollen „Campiello delle Meravegge“, das den Besucher bei der Ankunft empfängt. Im 18. Jahrhundert konnte man in den Straßen von Venedig und ganz Europa seltsame Figuren treffen, die mit optischen Ansichten unterhielten und der Mundo Niovo, die „fleißige Maschine“, die für wenig Geld „so viele Wunder“ zeigte, wie Carlo Goldoni beschreibt. Wie alle privaten Sammlungen spiegelt auch diese den Geschmack von Laura Minici Zotti wider, Sammlerin, „Laterna-Magikerin“ und Leiterin des Museums, die seit langem Objekte zum Präkinematographen sammelt, wobei sie jene bevorzugt, die ihr besonderes Interesse weckten. Das Ziel des Museums ist es, das Publikum an diesen ungewöhnlichen, aber wenig bekannten Aspekt des Sehens heranzuführen, indem vor allem Wanderausstellungen zur Stereoskopie und zu Silhouetten organisiert werden. Die nächste Ausstellung wird dem französischen Schattentheater gewidmet sein. Das Schattentheater mit ausgeschnittenen Zinkfiguren entstand 1881 im Pariser Cabaret du Chat Noir, einem berühmten Veranstaltungsort für Aufführungen.
Informationen zum Museum des Präkinematographen
Prato Della Valle, 1a
35123 Padua (Padua)
0498763838
info@minicizotti.it
Quelle: MIBACT

